Biografische Umbrüche entstehen nicht nur durch offensichtliche Krisen. Auch Trennungen, berufliche Wechsel, Auszug der Kinder, Krankheit, Verluste oder innere Reifung können dazu führen, dass das bisherige Leben seine Selbstverständlichkeit verliert.
In solchen Phasen geht es nicht nur um Veränderung. Es geht oft auch um Identität: Wer bin ich, wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch keine Form hat?
Übergänge machen Menschen nicht automatisch krank. Aber sie können innere Ordnung erschüttern. Gerade dann sind unterstützende soziale Beziehungen, Schlaf, Bewegung, emotionale Verarbeitung und ruhige Struktur besonders wichtig – alles Faktoren, die WHO und NIMH als relevant für psychische Stabilität benennen.
Was dir selbst schon gut tun kann
- Erlaube dir, Übergänge als echte Zwischenräume ernst zu nehmen.
- Verlange nicht zu früh eine fertige neue Antwort von dir.
- Sorge für möglichst viel äußere Ruhe und innere Taktung in unklaren Phasen.
- Halte Kontakt zu Menschen, die eher tragen als drängen.
- Schreibe oder sprich darüber, was endet – und was erst langsam sichtbar wird.
Wann Unterstützung sinnvoll wird
Wenn Orientierungslosigkeit, Angst, Erschöpfung oder Identitätsunsicherheit sich verfestigen und der Übergang nicht nur offen, sondern innerlich zunehmend untragbar wird, sollte Unterstützung mitgedacht werden.
Quellen
- NIMH – Caring for Your Mental Health
- WHO Europe – Mental health fact sheet
- WHO – Adolescent and young adult health / relevant transition risks